Evozierte Potentiale

Als evoziertes Potential wird die Hirnstromaktivität bezeichnet, die durch einen Sinnesreiz ausgelöst wird.
Hierbei wird jeweils ein für den zu untersuchenden Sinneskanal typischer Reiz dargeboten und die daraufhin folgende Änderung der Hirnaktivität aufgezeichnet.

Die Untersuchungsdauer beträgt durchschnittlich ca. 30 Minuten (mit Vorbereitung)

VEP
bedeutet visuell evoziertes Potenzial.
Diese Untersuchungsmethode ermöglicht die Diagnose von Funktionsstörungen in der Sehbahn.
Hierbei betrachtet man ein z.B. ein Schachbrettmuster am Monitor und über eine Elektrode, die am Kopf über der Region der Sehrinde des Gehirns angebracht wird, misst man die deren Reizantwort.

AEP
bedeutet akustisch evoziertes Potenzial.
Diese Untersuchungsmethode ermöglicht die Diagnose von Funktionsstörungen in der Hörbahn; sie erlaubt auch indirekt Schlüsse auf eine mögliche Ursache von Gleichgewichtsstörungen wie Schwindel (da der „Gleichgewichtsnerv" gleich neben dem „Hörnerv" verläuft).
Hierbei werden einem über einen Kopfhörer verschiedene Laute vorgespielt. Bei bestimmten Störungen der Hörbahn treten messbare Unterschiede in der Leitgeschwindigkeit und/oder Seitenunterschiede auf.

(S)SEP
bedeutet (somato)sensibel evoziertes Potenzial.
Diese Untersuchungsmethode ermöglicht die Diagnose von Funktionsstörungen in der Leitung sensibler Reize zum Gehirn, wie sie z.B. bei Gefühlsstörungen auftreten können.
Hierbei werden durch elektrische Reizung die Nerven stimuliert, die Signale z.B. von den Hautrezeptoren zum Gehirn leiten.

Durch computerisierte Mittelung werden selbst minimale Reizantworten des Gehirns im Mikrovolt-Bereich sichtbar gemacht.