Was ist eine Elektromyographie (das EMG)?

Die Elektromyographie (EMG) ist eine Untersuchung der elektrischen Funktion der Muskulatur.
Es lässt sich damit feststellen, ob der Muskel selbst oder die Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel geschädigt ist.
Dieses Untersuchungsverfahren ergänzt sich mit der Elektroneurographie, sodass beide häufig zusammen in einer Sitzung durchgeführt werden.

Zwei Methoden des EMG:
Es gibt zwei Möglichkeiten die elektrische Aktivität eines Muskels zu erfassen:

1.)das Nadel-EMG:
nach Desinfektion der entsprechenden Hautstelle, sticht der Arzt eine dünne
Nadel-Elektrode direkt in den Muskel.
Da vor der Untersuchung die Einstichstelle desinfiziert wird, ist eine Infektion extrem
unwahrscheinlich. Eine erhöhte Blutungsneigung darf allerdings nicht bekannt sein, da es
in diesem Fall natürlich zu einem Bluterguss kommen könnte.
Untersuchungsablauf:
Nach Aufsuchen des Muskels wird in drei Schritten nacheinander
nach der Ruheaktivität des Muskels gesucht,
die Aktivität einzelner Faserverbände beurteilt und
das Aktivitätsmuster bei maximaler Kraftentfaltung dargestellt.

2.)das Oberflächen-EMG:
Bei dieser Untersuchung klebt der Arzt oder die Assistentin Oberflächen-
Elektroden auf den Hautbereich über dem zu untersuchenden Muskel.
Anschließend wird dann die Messung vorgenommen.
Mit dieser Methode werden andere Muskelfunktionen erfasst, d.h. insbesondere die Aktivität mehrer Muskelfasern in Summe, sodass der Ablauf sich in einigen Punkten von dem der Nadel-EMG unterscheidet.

Was kann mit einer Elektromyographie diagnostiziert werden?
·Art einer eventuell der Muskelschädigung zugrundeliegenden Nervenschädigung
·Das Ausmaß der Schädigung von Muskelfasern
·Das Alter der Schädigung von Muskelfasern
·Das Verteilungsmuster der Schädigung von Muskelfasern
·Der Erholungsprozess nach einer Muskelschädigung
·Verschiedene Muskelerkrankungen
·Störungen der Übertragung von Nervensignalen auf den Muskel