Was ist eine Elektroenzephalographie (das EEG)?

Ein EEG ist die Aufzeichnung der elektrischen Aktivität der etwa 15 Milliarden Nervenzellen des Gehirns.
Diese so genannte Hirnstromkurve entsteht durch die ständige Signalübertragung der Nervenzellen untereinander.
Die Aktivität der Nervenzellen ist von verschiedenen Faktoren abhängig.
Beispielsweise ist sie im Schlaf anders als im Wachzustand, im Alter anders als in der Kindheit. Auch in verschiedenen Regionen des Gehirns ist sie unterschiedlich.

Das EEG kann über verschiedenste Funktionsstörungen des Gehirns Aufschluss geben.
Insbesondere bei Epilepsien, bei Erkrankungen die mit nachlassenden Denkleistungen einhergehen und bei Stoffwechselerkrankungen des Gehirns finden sich häufig
typisch krankhaft veränderte Hirnstromkurven.

Aber auch nach Schlaganfällen, bei Entzündungen und Tumoren des Gehirns ist das EEG oft verändert, weshalb diese Untersuchung auch als Suchmethode eingesetzt wird.
Mit dem EEG kann man nicht Gedanken lesen oder gar beeinflussen.

Ist ein EEG unangenehm oder gefährlich?
Das EEG ist eine schmerzfreie und ungefährliche Untersuchungsmethode, welche beliebig oft ohne Probleme für die Gesundheit wiederholt werden kann.
Der Patient wird weder Strahlungen ausgesetzt noch in irgendeiner Weise beeinflusst.
Die Durchführung eines EEGs dauert zwischen 30 und 50 Minuten und erfordert deshalb sowohl von Seiten des Patienten, als auch der durchführenden Fachkraft ein gewisses Maß an Geduld.
Da Hautfett die Ableitung erschwert, ist es zur Verbesserung der Kurvenqualität günstig, sich am Vortag (jedoch nicht am Untersuchungstag) die Haare zu waschen und weder Haarspray, Haargel oder sonstige Präparate zu verwenden.
Es wäre vorteilhaft in einem ausgeruhten Zustand zur Untersuchung zu erscheinen.

Untersuchungsablauf
Viele Menschen sind besonders bei einer erstmaligen EEG-Ableitung sehr verspannt.
Dazu trägt sicher die Unwissenheit über den Untersuchungsablauf bei.
Durch Aufklärung hoffen wir, Ihnen das Entspannen während der Untersuchung zu erleichtern. Deshalb bitten wir Sie auch, jedwede Frage zu stellen, die Sie zum Untersuchungsgang haben.
Zu Beginn der Untersuchung werden in sitzender Position ca. 20 Elektroden mittels Gummibänderhaube auf der Kopfhaut befestigt. Die Haube soll zwar straff sitzen aber nicht unangenehm für Sie sein. Sofern dies doch der Fall ist, informieren Sie die durchführende Fachkraft.
Damit die Elektroden das EEG störungsfrei messen können, muss die elektrische Leitfähigkeit zwischen Haut und Elektrode möglichst hoch sein. Dazu wird zwischen Elektrode und Kopfhaut eine leitende Paste aufgetragen.
Das Anlegen der Elektroden benötigt ca. 15 Minuten.
Im Anschluss daran wird der Untersuchungsstuhl in eine für Sie bequeme, liegende Position gebracht (fragen Sie nach einem Kissen für Ihr Kreuz, falls nötig!)

Nun kann die Untersuchung beginnen.
Sie werden gebeten Ihre Augen zu schließen, ruhig zu liegen und sich zu entspannen, jedoch sollten sie, wenn möglich, nicht einschlafen.
Die Ableitung selbst dauert ca. 30 Minuten.
Während der Ableitung gibt es verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Aussagekraft der Untersuchung: zum Beispiel werden Sie einige Male gebeten Ihre Augen zu öffnen und wieder zu schließen. Des Weiteren erfolgt bei geschlossenen Augen mit Lichtblitzen eine Überprüfung der so genannten Fotosensibilität. Gegen Ende der Untersuchung werden Sie schließlich aufgefordert, für einige Minuten verstärkt ein- und auszuatmen.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, so stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.