Was bedeutet Biofeedback und Neurofeedback?

Grundlagen
Wir sind Lebewesen, bei denen körperliche und psychische Prozesse ununterbrochen ineinander greifen.
Gerade an der Schnittstelle zwischen beiden können Spannungen entstehen, die bei längerfristiger Disharmonie in verschiedene Beschwerden, Beeinträchtigungen oder Erkrankungen münden. Sowohl körperlich als auch psychisch.
Wichtige Beispiele hierfür sind:
·Anfallserkrankungen
·Angstzustände
·Aufmerksamkeitsstörungen
·Bluthochdruck
·Burn-Out
·Funktionelle Herzbeschwerden
·Gedächtnisstörungen
·Konzentrationsstörungen
·Kopfschmerzen Migräne
·Leistungsknick
·Magen-Darm-Beschwerden
·Nackenschmerzen
·Rotwerden
·Rückenschmerzen
·Schlafstörungen
·Stress

Biofeedback - das Prinzip
Biofeedback ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, bei dem die Erkenntnisse aus Biologie, Medizin und Psychologie genutzt werden, um normalerweise von uns unbemerkt ablaufende psychophysiologische Prozesse positiv zu beeinflussen, die im Krankheitsfall zu oben erwähnten Beschwerden führen können.
Mit Hilfe der modernen Technik ist es heutzutage möglich, diese Abläufe so frühzeitig zu messen, dass sie noch nicht zu negativen Folgeerscheinungen führen und auch noch einer gezielten Beeinflussung zugänglich sind.
Die gemessenen Biosignale werden mittels Computer verstärkt und über Bildschirm, Lautsprecher oder Kopfhörer dem Patienten zurückgemeldet, sodass dieser aktiv auf deren Ablauf gestaltend einwirken kann.
Automatisierte und bis dahin krankmachende Abläufe bieten sich dem Patienten in einer Weise dar, dass er nun aktiv und mit zeitweiser Unterstützung durch den Therapeuten seine Potenziale der Gesundung nutzen und einsetzen kann. So wird er im Laufe der Biofeedbacktherapie schließlich wieder zu seinem eigenen Therapeuten, der das Handwerkszeug erhält, ohne unnötige äußere Ratschläge und Hilfsmittel zu seinem eigenen Gesundungsprozess beizutragen. Am Ende der Therapie ist der weitere Einsatz von Messapparaturen nicht mehr erforderlich.

Biofeedback - konkreter Sitzungsablauf
Es werden dem Patienten diverse Messfühler angelegt. Diese erfassen die
biologischen Körpervorgänge, die normalerweise dem Willen entzogen sind und durch das autonome Nervensystem gesteuert werden. Hierzu gehören unter anderem: die automatisierte Atmung, der Pulsschlag, die Muskelanspannung, die Hautleitfähigkeit, die Hauttemperatur.
Über einen Verstärker werden diese Signale an einen Computer weitergeleitet, der sie in ein Rückmeldesignal (
feedback) umwandelt und so dem Patienten erfahrbar macht - bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die körperlichen Vorgänge unmittelbar noch nicht wahrnehmbar sind.
In diesem Stadium sind diese biologischen Vorgänge noch einer positiven Beeinflussung zugänglich.
In Begleitung des Therapeuten wird nun unter Anwendung psychologischer Gesetzmäßigkeiten gelernt, die gemessenen Signale zu verändern.
Im Laufe der Behandlung kann die Unterstützung durch die Apparaturen parallel zu der gebesserten Sensibilität und psychologischen Kompetenz gegenüber den bisher krankhaft automatisierten Abläufen schrittweise reduziert und schließlich wieder überflüssig gemacht werden.

Was bedeutet Neurofeedback?
Beim Neurofeedback wird direkt die Gehirnaktivität mittels EEG-Ableitung (s. Elektroenzephalographie) erfasst und rückgemeldet. Hierfür ist eine spezielle technische Ausstattung und Erfahrung des Therapeuten erforderlich, da die zugrundeliegenden Biosignale eine erhöhte Anfälligkeit für Störfaktoren aufweisen.
Gerade auf dem Gebiet von Aufmerksamkeit, Konzentration, Regulation der Vigilanz und bei Schlafstörungen kommt diesem Verfahren eine besondere Bedeutung zu.

Ablauf einer Biofeedback- / Neurofeedbacktherapie
Vor Beginn einer Behandlung wird eine dem Problembild angemessene Untersuchung durchgeführt. Nach einem einleitenden Informationsgespräch über die Indikation und die geplante Vorgehensweise führe ich in der Regel eine diagnostisch-therapeutische Einführungssitzung durch, in der wir auf die individuellen psychophysiologischen und neurophysiologischen Zusammenhänge eingehen und ein Behandlungskonzept erarbeiten. Je nach Befundlage kommt dann ein individualisierter Behandlungsplan oder eine Behandlung gemäß einem adaptierten Behandlungsmodul in Frage.
Solche Bfb-Module sind z.B.:
„Bfb Einstieg"
„Bfb Migräne"
„Bfb Kopfschmerz"
„Bfb Entspannung"
„Bfb Stress / Burn-Out"
„Bfb Konzentration / Aufmerksamkeit"
„Bfb Schlafstörung"
„Bfb Dysregulation des autonomen Nervensystems / Angst".

Für weitere Fragen verweise ich auf die entsprechenden Fachgesellschaften bzw. deren Links im Internet.